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Giovani verso Assisi - Assisi Jugendtreffen  > Nachbrenner

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2006 - Glaube mal anders -

Nachbrenner zum 4. Internationalen Jugendtreffen in Assisi

vom 06.-13. August 2006

 

Wer dachte, Glaube sei eine langweilige Sache, die hauptsächlich von Damen höheren Alters in der Kirche praktiziert wird, konnte sich beim 4. Internationalen Jugendtreffen der Franziskaner-Minoriten in Assisi vom 6. bis 13. August 2006 eines Besseren belehren lassen.
16 Leute aus der Schweiz, Deutschland und Österreich - darunter 4 Brüder bzw. Pater des Franziskanerordens - trafen sich einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Treffens von Assisi in Padua, einer schönen Stadt im Norden Italiens, um dort zu übernachten, sich mit einem köstlichen italienischen Abendessen zu stärken und die Stadt zu erkunden.
In Assisi angekommen, wurde die deutschsprachige Gruppe von ca. 600 Jugendlichen im Alter von ca. 17-25 Jahren aus sämtlichen Ländern der Erde erwartet. Die jungen Menschen kamen wirklich aus allen möglichen Nationen dieser Erde, von Costa Rica und Honduras über Weissrussland und Polen, bis nach Kroatien, um nur einige zu nennen. Der Dialog mit unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Nationen war eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Verständigungsprobleme gab es so gut wie keine, da sich Englisch als Weltsprache scheinbar bei allen Jugendlichen durchgesetzt hat.


Doch all das war nur eine nette Nebenerfahrung, die den zentralen Punkt, nämlich die Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen Glauben nicht in den Hintergrund rücken ließ. Ein typischer Tagesablauf sah in etwa so aus: Nach dem Frühstück gab es eine Morgenkatechese, in der ein Lebensabschnitt des Hl. Franziskus näher erläutert wurde. Nach dem Mittagessen machten wir eine Wallfahrt zu einer der verschiedenen Kirchen in Assisi direkt oder im Umkreis. Das hört sich jetzt nach kilometerlangen Märschen an, doch waren die Strecken recht kurz gehalten, so dass sich keiner der Teilnehmer übermäßig anstrengte. Während des Laufens zu den einzelnen Stätten, die jeweils wichtige Orte im Leben des Hl. Franziskus darstellen, war die Teilnehmer eingeladen, über die am Morgen stattgefundene Katechese und auch über sich selbst nachzudenken. An der jeweiligen Kirche angekommen, informierten die zu jederzeit Bescheid wissenden Brüder und Patres aus dem Franziskanerkloster - für die Schweiz Br. Pascal Marquard - über die jeweilige Bedeutung und Historie der Kirche. Nachdem wir mit Kleinbussen wieder zurückgefahren worden waren, gab es Abendessen, das meist aus italienischer Pasta mit Beigaben bestand. Im Anschluss daran folgte eine feierliche Messe in einer der Basiliken Assisis. Die Gottesdienste ließen jegliche Langeweile vermissen und zeichneten sich durch viele Lieder, eine lebendige Form und durch eine Predigt aus, die jeden Tag von verschiedenen hochrangigen Mitgliedern des Franziskanerordens oder Bischöfen gehalten wurde. Auffällig hierbei war das Verständis des jeweiligen Gottsdienstleiters für das Denken der Jugendlichen und so sprachen sie einem oft aus dem Herzen was Glaubensfragen und Fragen des eigenen Lebens betrifft. Der Tag endete dann schließlich im gemütlichen Beisammen sein und dem Genuss italienischen Weins oder von gutem bayerischen Bier.


Nur 2 Autostunden von Assisi entfernt liegt die Hauptstadt Italiens und an einem Tag stand daher die Erkundung Roms auf dem Programm. Leider hatten wir nur einen Tag Zeit und so blieb es bei der Besichtigung des Petersdoms und seiner Kuppel, von der man einen herrlichen Blick über Rom hat.


Nach einer Woche Aufenthalt in Assisi fuhren wir wieder nach Padua, um dort noch einmal eine Zwischenübernachtung einzulegen und anschließend nach Hause zu fahren.
Zusammenfassend lässt sich diese Reise als sehr gelungen bezeichnen, da es die Verantwortlichen geschafft haben, ein ansprechendes Programm zu gestalten, das es vor allem jungen Menschen erleichtert, den eigenen Weg zum Glauben zu finden, gerade wenn man sich unsicher ist und viele Fragen hat. Auf einen Teil dieser Lebensfragen, die jeder Jugendliche hat, fand man eine Antwort und das macht die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis!

 

Johannes Ziegler, ein Teilnehmer am 4. Int. Jugendtreffen.

 

 

Kannst du mal die Fahne halten? 
  P. Josef und Br. Paul aus den USA.
Nachbrenner zum 2. Internationalen Jugendtreffen in Assisi

vom 12.-19.08.2001

 

Der Rahmen stimmte. Schönes Wetter, franziskanische Stätten mit ihrer eigentümlichen Ausdruckskraft, gekonnte Organisation auf und um den Campingplatz in Assisi, die Mischung von Gebet, Gemeinschaft und Geselligkeit ... Etwa 600 junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren hatten sich mit ihren ca. 40 „schwarzen und grauen Begleitern“ aus 21 Ländern auf den Weg gemacht, um der wahren Freude auf die Spur zu kommen. Assisi ließ eine Utopie ein Stück Realität werden: das Evangelium verbindet Menschen, die sich fremd sind, und macht sie zu Freunden. Diaspora ist ein relatives Wort.

Bevor der innere Weg der Tage nachgezeichnet werden soll, noch etwas zum Äußeren: Dank einer mühevollen und sorgfältigen Vorbereitung durch Br. Bernhardin für Deutschland und Br. Bernhard Lang für Österreich (in Padua liefen die Wege beider Gruppen zusammen!) und einem jugendbewegten Busfahrer, Georg Bauer aus Frankfurt/Steigerwald, wurde das „Unternehmen“ zu einer runden Sache. Wir haben wirklich viel gelacht – bei allem Ernst!

Der Abstecher über Padua auf der Hinfahrt brachte uns nicht nur in Berührung mit „il Santo“, sondern auch mit konventualer Gastfreundschaft in San Massimo, wo wir von Freigängern bekocht wurden, die der Konvent als Mithilfe der Resozialisierung aus dem Gefängnis aufgenommen hat. Die Müdigkeit der Reise war verflogen, als sich die Gruppen erstmals vor der Unterkirche zur Begrüßung durch P. Giuseppe de Stefano sammelten. Vor zwei Jahren waren wir nur zu dritt aus Deutschland, jetzt konnten wir schon mehr Flagge und Stimme zeigen. Der neue Custode, P. Vincenzo Coli, brachte innerhalb der Unterkirche erste biblische Anstöße zum Thema: Wahre Freude bewegt die Welt. Das gemeinsame Vaterunser in den vielen Sprachen war der Auftakt für die bewegenden Gottesdienste, in denen man der Vielfalt der Herkünfte optimalen Raum gab. P. Agnello – er hat vor Jahren in Würzburg Deutsch gelernt - hatte den musikalischen Part samt Spontanchor wieder gut im Griff.

Der erste volle Tag führte uns nach San Damiano, nachdem wir durch einen langen Impuls und Gruppenarbeiten in die Auseinandersetzung mit falschen Freuden kamen: „ Franziskus hörte auf, sich selbst anzubeten.“ Wir wurden in der Sprachgruppe sehr bereichert durch die freundliche Art von P. Bob Showers aus Roskilde und einer jungen Frau aus Kopenhagen, die über Franziskus zum katholischen Glauben findet. Ein querschnittgelämter junger Mann legte am Abend Zeugnis von seinem Glauben ab.

Der zweite Tag galt dem Geheimnis der Menschwerdung des Gottessohnes. Wir fuhren nach Greccio. Dort erzählte man uns bei brütender Hitze auf freier Pläne den Bekehrungsweg des Poverello. Alle waren erleichtert im Heiligtum ein schattiges Plätzchen zu bekommen, auch wenn es nur für Minuten war. Zum Abschluß feierten wir in der Oberkirche die hl. Messe zu Ehren von P. Maximilian Kolbe im Gedenken an die Gnade Gottes in der Hölle von Auschwitz und die innere Freiheit des Menschen. Es war ja der 60. Todestag.

Der Mittwoch führte uns nach Santa Chiara, vorbereitet durch Vorträge zum Thema Gebet. Während der Messfeier hörten wir aus der Ferne der Klausur das Zeugnis einer Klarisse und wallten von dort im Fackelzug nach San Francesco. Anhand von fünf Giottobildern stellte P. Giuseppe für alle fünf existentielle Fragen für unseren Glaubensweg. Die Erfahrung der Einsiedelei am Donnerstag wurde zu einem heilsamen Gegengewicht nach den vielen äußeren Wegen in den Tagen zuvor; wir konnten als Gruppe eine Halbzeitbilanz ziehen und waren recht gut zusammengewachsen: der Bäckergeselle mit dem Kunststudenten, die Lehrerin und die Schülerin, der Programmierer und die Postulantin in spe.

Franziskus ließ sich nicht aus Portiunkula vertreiben, weil er vom Erbarmen Gottes gerade an dieser Stelle überwältigt war. Der Freitag stand unter diesem Aspekt der Versöhnung. Gut vorbereitet gab es Gelegenheit zur Einzelbeichte in Portiunkula - und die Jugendlichen gingen sehr zahlreich, für deutsche Verhältnisse ein Wunder! Die jungen Mitbrüder gingen mit gutem Beispiel voran. Das Picknick auf dem freien Platz vor der Basilika war entsprechend fröhlich.

Die Begegnung mit Papst Johannes Paul II. in Castelgandolfo am herrlichen Albaner See am Samstag gegen 11 Uhr wurde zum eindrucksvollen Schlußpunkt der Woche, unser Generalminister mischte sich ohne Berührungsängste unter die Jugend. Karin Sonnleitner aus unserem Kreis durfte den Papst Aug in Auge sehen, verdientermaßen – war sie doch zum zweiten Mal beim Jugendtreffen. Die Fahrstrapazen wurden durch den internationalen bunten Abend ausgeglichen, Musik und Tanz bis Mitternacht standen auf dem Programm. Wir holten uns bei unserem Beitrag der Laurentia teilweise Muskelkater.

Nach der ausgiebigen Abschiedsmesse in der Oberkirche, in der unser General an die Verantwortung im Sinne des Franziskus erinnerte: „Ich habe das Meinige getan, Christus wird Euch lehren, was ihr zu tun habt.“ , gab es einen abrupten Abschied, weil sich die Brüder noch einmal um P. Joachim scharten zur ersten Auswertung. Es soll in zwei Jahren weitergehen. Gut, dass das Loslassen dieser dichten Zeit in La Verna und Padua mit den Libanesen und Österreichern Stück für Stück erfolgte. Wie groß war die Freude, unsere russischen Freunde in Würzburg am Montag wieder zu sehen! Glühen kann man nun nicht allein auf längere Zeit – es braucht die Berühung mit dem Herd.

Fr. Josef Fischer

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